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Erreger-Nachweise - Titer-Bestimmung:

Ein Zecken-Referenzlabor für Tiere ist www.zecklab.de. Wir haben die Tests immer dort hingeschickt. Auf jeden Fall fragen Sie Ihren Tierarzt, dass der Test zu einem anerkannten Borreliose-Referenzlabor geht, das ist wichtig, denn die Tests sind nicht so einfach!

Da es für Tiere nicht so viele Infos gibt, greifen wir hier mal wieder auf die Humanmedizin zurück, um die verschiedenen Testmethoden zu erklären:

 

Früherkennung: Zecken PCR: Frühdiagnostik bei Borreliose-Verdacht

Inzwischen ist es möglich, die diagnostische Lücke zu schließen, die entsteht, bis eine Borrelien-Infektion im Blut sicher nachgewiesen werden kann. Mit Hilfe der so genannten Zecken-PCR lässt sich in kurzer Zeit klären, ob eine Zecke selbst mit Borrelien infiziert ist.

Bei diesem labormedizinischen Verfahren wird das Erbgut (DNA) des Erregers in der infizierten Zecke nachgewiesen. Mittels „one-step“ Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) wird die Borrelien-DNA vermehrt und anschließend durch Hybridisierung an hochspezifischen Gensonden nachgewiesen. Dieses standardisierte Verfahren erhöht die Spezifität und Sensitivität gegenüber konventionellen DNA-Tests, die lediglich eine PCR ohne Sondenhybridisierung verwenden.

Für diese Untersuchung ist die Zecke — so schnell wie möglich nach dem Zeckenstich — ins Labor zu senden. Auch tote Zecken können analysiert werden - vorher anfragen, viele Labors machen das.

 

Jeder Test hat seine Vorzüge bei bestimmten Zeitintervallen, 100 % ig sicher ist keiner, außer dem PCR-Test, wenn der positiv ist, dann hat man auch die Borrelien. Der schnellste Test ist der LTT, siehe Nr. 4

im Einzelnen:

1) PCR-Test:

Da der Test auf dem Nachweis von borrelienspezifischer DNA beruht, muss diese in der Probe auch vorhanden sein, um ein positives Ergebnis zu erzielen. Borrelien können während der unterschiedlichen Infektionszyklen in verschieden Geweben vermehrt oder gar nicht vorkommen, daher ist die Wahrscheinlichkeit den Erreger oder dessen DNA zu erwischen, nicht höher als bei den übrigen beschriebenen Methoden (Einschätzungen durchführender Labore gehen von 30-50% Trefferwahrscheinlichkeit aus, je nach Lokalisation und Probenart). Negativ bedeutet also nicht automatisch, dass keine Borreliose vorliegt. Allerdings kann man bei positivem Test mit einigermaßen hoher Sicherheit davon ausgehen, dass es sich um eine akute Infektion mit dem Erreger handelt.

Nach Rücksprache mit dem Zecken-Referenzlabor Zecklab wurde mir mitgeteilt, dass dieser Test nicht bei Blutproben empfohlen wird, da geringe Trefferquote, sondern nur bei Einschickung einer Hautstanze oder einer kulturellen Anzucht.

Eine Antikörperbildung nach Erstinfektion ist frühestens nach 3-8 Wochen zu erwarten und nicht etwa schon beim Auftreten eines sich nach Infektion entwickelnden Erythema migrans.

Wird nach den Borrelien-Antikörpern gesucht, so ist dies frühestens 6Wochen nach dem Stich sinnvoll, denn dann erst zeigen sich IgM- und IgG-Antikörper im Blut.
Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt kann das serologische Ergebnis noch negativ bleiben, v.a. wenn nur mit dem IFT- oder den ELISA –(Screening)-Tests nach Borrelien-Antikörpern gesucht wird.
Genauere Aussagen über die aktuelle Infektionsaktivität erlauben dann erst der Immunoblot und auch der Borrelien-LTT(Lymphocytentransformationstest)).


2. ELISA-Test - Antikörpertest nicht sehr zuverlässig

Schulmedizinisch wird lediglich der ELISA oder IFT, bei dem Antikörper im Blut gesucht werden, verlangt. Ist dieser negativ, soll keine Borrelieninfektion vorliegen. Dies ist grundsätzlich in Frage zu stellen, da die Borrelien in der Lage sind, sich an Körperzellen anzuheften oder sich sogar in der Zelle zu verstecken und deshalb nicht von den Immunzellen erkennbar sind und somit auch keine Antikörper gebildet werden können. Auch eine frühe Gabe von Antibiotika nach einem Zeckenstich kann die Antikörperbildung unterdrücken. Desweiteren kann dieser Test durch Kreuzreaktion mit anderen Erregern auch falsch positive Ergebnisse liefern.

Lt. http://www.bzk-online.de/Burrascano%2015.pdf gibt es genug Lyme-Patienten, bei denen der erste ELISA negativ und der Westernblot deutlich positiv sei. Ein fataler Irrtum, wenn diese Betroffenen mit nur dem ersten negativen Test dann gar nicht behandelt würden.

Aus diesem Grund sollte als Bestätigungstest gleichzeitig ein Westernblot, bei dem die einzelnen Proteinhüllen der Borrelien nachgewiesen werden, durchgeführt werden. Dieser Test kann zusätzlich eine Auskunft über das Stadium der Borreliose geben. Auch hier kann die Borrelien-Tarnkappe zu einem falsch negativen Ergebnis führen.

Neben der Antikörpersuche im Blut (Serum) können diese auch in der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor) - die mittels einer Spritze (Punktion) aus dem Rückenmarkskanal entnommen wird - bestimmt werden. Bei einem positiven Nachweis spricht man von einer Neuroborreliose (Borreliose mit Befall des Nervensystems). Aber bei nur 5 % der Patienten mit Spätborreliose werden Antikörper im Liquor gefunden.

Bei den genannten Tests wird der Erreger selbst nicht nachgewiesen (indirekter Erregernachweis), sondern nur die Immunantwort gegen diesen. Verfahren für den direkten Erregernachweis sind die PCR (Polymerase-Chain-Reaction) und die direkte Anzucht (Kultur) des Erregers. Mit diesen Methoden lassen sich Erreger in Urin, Gelenkspunktat, Liquor, Gewebe und Haut finden. Eine Anzucht gelingt fast nie und das Ergebnis liegt erst nach Wochen vor. Die PCR ist eine vielversprechende Methode, die jedoch noch in den Kinderschuhen steckt. Das Ergebnis liegt nach 12 bist 24 Stunden vor.

Grundsätzlich sollte die Labordiagnostik frühestens 4-8 Wochen nach dem Zeckenstich durchgeführt werden. Dieser Zeitraum wird für eine Immunantwort und somit zur Bildung von Antikörper benötigt. Des Weiteren sollte die Labordiagnostik in einem mit der Borreliendiagnostik vertrautem Labor durchgeführt werden.

Bei allen genannten Diagnoseverfahren schließt ein negatives Ergebnis eine Borreliose nicht aus (seronegative Borreliose). Letzte Zweifel darüber, ob eine Borreliose vorliegt oder nicht, können nicht ausgeräumt werden. Das gilt grundsätzlich für alle Stadien der Borreliose. Eine Borreliose, die keine typischen Krankheitsmerkmale zeigt, alleine am klinischen Symptombild zu diagnostizieren erfordert einen Arzt mit viel Erfahrung und weiterführende Ausschlussdiagnostik.


3. Test Westernblot / Immunoblot

Der Immunoblot gibt anhand der nachgewiesenen Banden Auskunft über den ungefähren Infektionszeitpunkt (z.B. sind 25kD/OspC und 21 kD sehr frühe und 34 kD, 83 kD, 100 kD sehr späte Banden)

Das Ergebnis eines Immunoblots ist dann als positiv zu bewerten, wenn Antikörper gegen mindestens zwei hochspezifische Proteine nachgewiesen werden. Bei Nachweis von Antikörpern gegen nur ein hochspezifisches Protein handelt es sich um ein fragliches Ergebnis. In diesem Fall ist der Blot mit einer zweiten, 14 Tage später entnommenen Serumprobe zu wiederholen. Für die Interpretation des IgM-Westernblots sind vor allem die frühen Banden 41 kDa (Flagellin), 39 kDa (BmpA und 25/21 kDa (Osp C) von Bedeutung. Generell sollten bei der Gesamtbeurteilung der Borrelien Westernblots nicht nur die Art und Anzahl sondern auch die Stärke der Banden in die Bewertung mit einbezogen werden.

Bedeutung der Western-/Immunoblot-Banden siehe http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Tabellen/21-Banden_Borrelien-Blot.htm

Sehr gute Infos zum Immunssystem und der Immunglobuline und ihre Funktion wie:

Einteilung, IgG, IgA, IgM, IgD, IgE finden Sie hier: http://www.medizinfo.de/immunsystem/abwehr/immunglobuline.htm

Test recomBlot Borrelia - ist ein erweiterter Westernblot:

Der recom blot ist ein neuer erweiterter Westernblot auf chronische Belastung, also für die sog. Neuroborreliose. Dieser Tests ist sehr empfehlenswert für die Erfassung der chron. Borreliose, also der Neuroborreliose!

Interpretationsschema Borrelien-Diagnostik: http://www.mikrogen.de/download/Interpretationsschema.pdf

Titerresultate sind das Ergebnis der Prüfung einer Serumverdünnungsreihe mit einem Antigen, gegen das Antikörper im Serum nachgewiesen werden sollen. Für die meisten infektionsserologischen Untersuchungen, bei denen es um den Nachweis erregerspezifischer Antikörper geht, werden Titerbestimmungen mit Vollantigen in Form des indirekten Immunfluoreszenz-Antikörper-Testes (IFAT) mit guter Aussagekraft durchgeführt (z.B. Babesien, Ehrlichien, Leishmanien). Anders ist jedoch nach unseren Untersuchungen die Situation bei den Borrelien. Hier werden mit diesem, oder vergleichbaren Verfahren (ELISA's, oder Praxisteste) zu viele unspezifische Antikörper in hohen Titern erfasst, die dann leider oft zur irrtümlichen Diagnose der Borreliose beitragen.

Beim Verfahren des rekombinanten Westernblot (WB) steht der Nachweis und die Identifizierung der immunologischen Spezifität der Borrelien-AK im Vordergrund, was diagnostisch den entscheidenden Vorteil ergibt.


4. LTT (Lymphozytentransformationstest) Borreliose:

Die schnellste Immunantwort ist nach heutigem Kenntnisstand die zelluläre, die sich durch einen Lymphocytentransformationstest (LTT) bereits 10 Tage (!) nach stattgefundener Infektion abbilden lässt. Der LTT stellt den frühestmöglichen Infektionsnachweis dar, wenn sich kein EM entwickelt hat und der LTT zeigt über die Höhe der SI-Werte den Aktivitätsgrad der Erkrankung an.

Mit ihm können gegen Borrelien sensibilisierte T-Zellen (bestimmte Immunzellen) nachgewiesen werden. Diese Zellen können nur sensibilisiert werden, wenn sie auch wirklich Kontakt zu Borrelien hatten. Dieser Test ist hochspezifisch, aber wissenschaftlich noch nicht in jedem Bundesland anerkannt. Auch bei diesem Test können vereinzelt falsch negative Ergebnisse auftreten. Am aussagekräftigsten ist der LTT ca. 14 Tage nach Auftreten starker Symptome. Zu beachten ist, dass die Versanddauer des ungekühlten Blutes 12-24 Stunden nicht überschreiten darf und dieser Test nur von einigen Labors durchgeführt wird.


Test für Ehrlichiose und andere Untergruppen:

Die Diagnose von Ehrlichiose wird derzeit nur von wenigen spezialisierten Labors durchgeführt. Der Nachweis erfolgt über Zellkulturverfahren oder die Vermehrung spezifischer DNA-Abschnitte des Erregers bzw. Antikörpernachweis. Der Nachweis von Rickettsien wird ebenfalls serologisch über Antikörpertiter geführt.

Ein Serumstest arbeitet immer auf der Basis von Antikörpern, ist also kein direkter Erregernachweis wie beim PCR-Test Herpes oder Borna. Der PCR-Test kann auch für jeden einzelnen Borreliose-Erreger extra gemacht werden, wird dann teurer. Man kann auch eine Hautbiopsie durchführen, da wird ein kleines Stück Haut ausgestanzt und darauf können bemi Labor Zecklab die jeweiligen Erreger herangezüchtet werden.

 

Das einfachste Verfahren im Vorfeld, um zu ergründen, ob man sich angesteckt hat bei frischem Zeckenbiss:

Die ganze Zecke einschicken zur Untersuchung - kostet nicht viel.

http://www.laboklin.de/ etc

 

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