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Erfahrungsbericht Herpes-Impfung:

Verhindern kann man eine Ansteckung das durch ständigen guten Impfschutz der Nachbarn. - Vorsicht - Diesen Satz liest man immer wieder und überall.
Hier fängt allerdings die Problematik an. Die wiederholten Fälle über einen längeren Zeitraum, die wir beobachten konnten, waren alle gleich: Wenn ein Nachbar- bzw. Kontaktpferd von einem latenten Herpesträger geimpft wurde, haben wir in unseren Stall beobachten können, dass bei manchen der Virus wieder aufgeflammt ist.. Andere Nachbarpferde, die nicht geimpft waren oder nicht mehr (die aber auch noch nie Herpesymptome gezeigt hatten) , hatten keinerlei Beschwerden.

Das läßt bei uns den Schluss zu, dass die Herpesimpfung nicht so ungefährlich ist, wie sie oft dargestellt wird. Das geschilderte Wiederaufflammen des Virus durch ein frisch geimpftes Kontaktpferd läßt vermuten, dass durch diese Impfung der Herpesvirus immer wieder neu verbreitet wird, wenn nicht alle Pferde zu gleichen Zeiten im Stall geimpft sind. Das wird zwar überall vermerkt, aber nur in dem Sinnlaut, das eine Impfung nichts nützt, wenn nicht alle geimpft sind. Das umschreibt harmlos die Gefahr, die nirgendwo genannt wird: Wenn nicht alle zur gleichen Zeit geimpft werden, verbreitet diese Impfung erst den Virus im Stall - d.h. sie ist dann höchstgefährlich für alle nichtgeimpften. Denn viele Pferde waren ja einmal geimpft und dürften aufgrund der Impfschäden nicht mehr geimpft werden. Wieviele von diesem Prozentsatz einen dauernden Schaden erst durch die Impfung bekommen haben, ist leider nirgends vermerkt.

Und außerdem: Die schlimmen Herpeszüge dieses Jahr in BW und SH haben gezeigt, dass auch ganze durchgeimpfte Ställe schwerste Fälle aufzuweisen hatten. Pferde, die alle korrekt geimpft waren - es gibt genug Mails und Telefonate von betroffenen Pferdebesitzern, die das aus 1. Hand bestätigen. Es hat bei diesen Seuchenzügen geimpfte wie ungeimpfte getroffen. Fraglich also, ob die Herpesimfpung überhaupt was nützt und Antikörper aufbaut, das wurde noch nicht bewiesen.

Dieses Problem der Ansteckung durch Impfung der anderen, für den keiner eine Lösung weiß, wurde jetzt im Forum der www.koppel.de sehr gut beschrieben::
"Zum Thema "Stalldruck" bezüglich Impfen: bei uns im Stall ist es eigentlich auch Pflicht, dass die Pferde gegen Influenza geimpft sind, weil eine Bestandsimpfung sinnvoll ist.
Wir haben das dann im letzten Jahr auch eindrucksvoll zu spüren bekommen. Da waren drei neue Pferde im Stall, die nicht geimpft waren. Einer ist nur "vorübergehend" geparkt, die Besitzerin hat gesagt er wäre geimpft, war er dann aber doch nicht. Die anderen beiden aus - damaliger - Überzeugung der Besitzerin.
Als die drei Neuzugänge gerade 6 Wochen bei uns waren, stand der Impftermin an und bis dahin war mit der "Überzeugungstäterin" noch nicht ausdiskutiert, dass ihre grundimmunisiert werden. Also: 18 Pferde wurden geimpft, diese 3 nichtgeimpften halt nicht. Und was war: innerhalb von 5 Tagen nach der Impfung erkrankten alle 3 nichtgeimpften an Influenza. Grmpf. Nun, soweit erstmal schon schlimm genug, aber eine weitere Woche später erkrankten dann Stück für Stück auch die meisten anderen, bis auf 5.
2 TAs dazu befragt, 2 TAs gleiche Aussage (ist ja schon selten genug*ggg*):
Bei einer Impfung werden ja abgeschwächte/tote Erreger "in Umlauf" gebracht, die zum Teil ja auch von den geimpften Pferden wieder "ausgestrahlt" werden. Die Menge der freigesetzten Erreger von 18 geimpften Pferden hat dann wohl ausgereicht, die 3 nichtgeimpften ohne Grundimmunisierung zu infizieren. Dadurch kamen dann "frische, starke, lebende" Erreger in Umlauf, die dann ihrerseits wiederum die geimpften Pferde infiziert haben. Da die Impfung noch nicht lange zurücklag, waren diese für "echte" Erreger noch anfällig. (Daher darf man ja auch nicht unmittelbar nach einer Impfung auf´s Turnier, sondern eine Wartezeit einhalten.) Empfehlung der TAs: entweder konsequent alle Tiere im Bestand impfen, oder die nichtgeimpften 2 Wochen nach der Impfung der übrigen abtrennen."

So weit so gut, aber wo geht das schon?

Wie erkennt man ein Wiederauflammen?

Den aktivierten Virus kennt man u.a. am empfindlich werden des/der Akupunkturpunktes dafür und evt. an ein wenig glasigem Nasenausfluß für wenige Tage oder Kehlkopfentzündung bzw. Kehlkopfhusten und Ischiasnerv-Entzündungen besonders linksseitig gehören zu den häufigsten Symptomen bei solchen Erkrankungen. Die Symptome eines Infektionsaufflammens können aber auch bei chronischen Virusträgern ganz unauffällig: ein wenig müde, zwei drei Tage lang ein klarer Nasenausfluss in geringer Menge, das kann schon alles sein. Da ihr Immunsystem diese Infektion schon kennt, ist diese Phase bei solchen Pferden meist recht rasch wieder vorbei.

Viele haben inzwischen beobachtet, das sich ihr Pferd jedes Mal leicht ansteckt mit dem typischen Kehlkopfhusten, sobald der Nachbar in der Box neben ihm herpesgeimpft wird: Hierzu hat sich der Doc in der RR meiner Meinung nach logisch geäußert:

"Wie und wann kann das passieren, dass ein regelmäßig geimpftes Pferd nach der Impfung erkrankt, eventuell sogar ein anderes "ansteckt"???

Bei Herpesviren gibt es chronische Virusträger - die oft bereits als Fohlen von der Mutterstute infiziert wurden. Diese beginnen oft dann erneut mit der Ausscheidung ansteckungsfähiger Viren, wenn sie unvorbereitet Stress ausgesetzt werden - auf Turnieren, Kursen mit vermehrter Belastung usw. . Auch eine Impfung bedeutet einen gewissen Stress, insbesondere bei einem nicht so gut gehaltenen z.B. stärker verwurmten oder nicht fitten oder schmerzbelasteten Pferd. So kann es dazu kommen, dass gerade die Impfung, die eigentlich davor schützen sollte, zu einem Aufflammen der chronischen Infektion führen könnte.

Nicht der Impfvirus wird allerdings dann hier 'ausgeschieden' oder wirkt gar ansteckend, sondern diese Pferde sind - infolge vorheriger Ansteckung in einer 'ungeimpten', ungeschützten Phase ihres Lebens - bereits seit längerem Virusträger. Dieser Virus überlebt in ihnen leider häufig noch trotz regelmässiger Impfung, da Herpesviren sich als DNA-Viren im Zellinneren vor den üblichen Abwehrmassnahmen des Immunsystems verstecken können und damit schwer wieder 'auszurotten' sind... Sie sind 'schlecht immunogen', wie der Fachausdruck dafür lautet.

Bei solchen Tieren wird man VOR jeder Folge-Impfung (auch gegen andere Krankheiten!) eine Imunstimulation zusätzlich verabreichen und bei ihnen ständig auf einen sehr guten Allgemeinzustand Wert legen, damit es zu keinem erneuten Aufflammen der Virusvermehrung kommen kann. Auch anderen Stress wird man ihnen, so gut es geht, zu ersparen versuchen bzw. rechtzeitig parallel dazu etwas zur Anregung ihres Immunsystems tun. Die regelmässige Impfung schützt solche chronisch kranken Tiere und ihre Stallnachbarn insoweit, dass es dadurch auch bei ihnen seltener zum Ausbruch stärkerer Symptome und auch kaum mehr zur Virusausscheidung kommt. " Ende Zitat Doc. (Quellen:http://www.reiter-revue.de/sprechstunde/index.html)

Ist der Virus einmal ausgebrochen, sollte man das Pferd nicht mehr herpesimpfen. Es passiert dann sogar, dass der Virus schon wieder aktiviert wird, nur von ein Nachbar-/Kontaktpferd herpesgeimpft wird. Solche Pferde sollte man möglist gut von den anderen frisch geimpften isolieren.

aktualisiert 4.6.06

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